Defibrillatoren richtig einsetzen - Eine Checkliste

Bei einem Unfall oder einem anderen tragischen Ereignis mit verletzten oder hilfebedürftigen Personen zählen Sekunden. Zwar können Sie mit einem unserer Defibrillatoren bei Wiederbelebungsmaßnahmen im Bereich Herz-Kreislauf-System auch als Laie Leben retten, doch bevor es soweit ist, müssen Sie zunächst vorbereitende Schritte ausführen. Deswegen möchten wir Ihnen einen Ablaufplan vorstellen, der Sie für den Ernstfall wappnet. Als Grundschema hat der deutsche Rat für Wiederbelebung – Prüfen – Rufen – Drücken – definiert:

Prüfen - Muss ein Defibrillator eingesetzt werden?

Prüfen Sie, ob überhaupt ein Problem im Bereich Herz-Kreislauf vorliegt. Dafür sollten Sie zunächst klären, ob der Patient ansprechbar oder bewusstlos ist. Im zweiten Fall sollten Sie prüfen, ob der Patient noch atmet, indem Sie auf den Brustkorb schauen, mit dem Ohr über dem Mund des Patienten hören und mit der Hand Atemluft spüren (sehen-hören-fühlen). Wenn Sie keine normale Atmung feststellen, muss die Person wiederbelebt werden. Beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Rufen - Erst Notruf, dann Wiederbelebung mit einem Defibrillator

Egal ob bei einem Betriebs- oder Sportunfall oder als Folge einer plötzlichen Herzstörung – bevor Sie einer Person mit wiederbelebenden Maßnahmen mit einem unserer Defibrillatoren helfen, sollten Sie einen Notruf absetzen. So stellen Sie sicher, dass geschultes Personal schnell vor Ort ist, um weiterführende Hilfe zu leisten. Beachten Sie in diesem Fall außerdem, dass Sie zwar gesetzlich verpflichtet sind zu helfen, dies aber nicht zu Lasten Ihrer eigenen Sicherheit gehen darf. Das heißt: Je nach Situation sollte zunächst die Unfallstelle gesichert sein, bevor Sie als Ersthelfer aktiv werden.

Hier finden Sie die zentrale Notrufnummer, die mittlerweile europaweit funktioniert:

Feuerwehr/Rettungsdienst/Notarzt: Telefon-Nummer: 112

Immer, bei akut auftretenden Notfallsituationen, in denen sofort Hilfe geleistet werden muss, gilt es die 112 zu wählen - die Nummer des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Diese Nummer hat vor dem Anruf bei der Polizei (110) Priorität, denn diese wird nach dem Notruf direkt von der Rettungsleitstelle benachrichtigt. Auch wenn die Situation unklar ist und der Verletzungsgrad nicht ersichtlich, rufen Sie in jedem Fall den Rettungsdienst zuerst an.

Versuchen Sie bereits vor dem Gespräch mit der entsprechenden Notrufzentrale zur Ruhe zu kommen, um den Ansprechpartnern möglichst strukturiert zu schildern, was geschehen ist. Dabei sollten Sie sich an den klassischen W-Fragen orientieren:

WO hat sich der Unfall / das Ereignis zugetragen?

WAS ist konkret passiert?

WIE VIELE Verletzte gibt es?

WELCHE Art von Verletzung liegt vor?

WARTEN Sie auf Rückfragen.

Vorbereitung für die Herz-Lungen-Wiederbelebung und den Defibrillator

Insbesondere Notfälle im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems erfordern verschiedene Vorbereitungen, bevor Sie manuell mit einer Herzdruckmassage beginnen oder einen Defibrillatoren einsetzen. Beachten Sie dafür folgende Punkte:

Positionieren Sie den Patienten in flacher Rückenlage.

Liegt die Person im Bett oder auf einer Couch, muss sie auf einen härteren Untergrund umgelagert werden

Drücken - Herz-Lungen-Wiederbelebung

Bis ein Defibrillator beim Patienten ist, müssen Sie die Wiederbelebung manuell beginnen. Die Maßnahme erfolgt dabei durch dreißigmal Herzdruckmassage und zweimaliger Atemspende im Wechsel. Legen Sie für die Wiederbelebung des Patienten zunächst dessen Brust frei.

Herzdruckmassage:
Am besten knien Sie sich in Höhe des Brustkorbes.
Legen Sie einen Handballen auf das untere Drittel des Brustbeines (dies ist die Mitte des Brustkorbs) und legen die andere Hand darüber.
Strecken Sie Ihre Arme durch und drücken mit Ihren Händen den Brustkorb des Patienten senkrecht von oben nach unten mindestens fünf Zentimeter durch Gewichtsverlagerung des Oberkörpers ein.
Die Herzdruckmassage sollte 30 mal mit einer Frequenz von 100 Mal pro Minute durchgeführt werden.

Atemspende:

Beugen Sie sich von einer Seite über den Kopf des Patienten und vergewissern sich, dass die Atemwege frei sind.
Verschließen Sie mit Ihrer Hand beide Nasenlöcher des Patienten und öffnen nun seinen Mund.
Atmen Sie normal ein und legen Sie Ihre Lippen dicht auf den Mund des Patienten.
Blasen Sie nun Ihre Luft über den Zeitraum von etwa einer Sekunde in den Mund des Patienten. Der Brustkorb sollte sich dabei sichtbar heben.
Wiederholen Sie den gesamten Vorgang noch einmal.

Wiederbelebung mit Defibrillator

Sobald das Gerät bei der betroffenen Person angekommen ist, schalten Sie es über die grüne Taste ein. Platzieren Sie die Elektroden gemäß der Anleitung unseres Defibrillators auf dem entkleideten Brustkorb des Patienten. Die genaue Position ist auf der Verpackung der Elektroden aufgebracht und erklärt Ihnen, wo und wie die Elektroden angebracht werden. Nach dem Hautkontakt der Elektroden analysiert unser Defibrillator die vorhandene Herzschlagfrequenz des Patienten – Sie müssen nichts mehr konfigurieren. Die lebensrettenden Stromschläge führt unser Defibrillator beim Vollautomat automatisch und beim Halbautomat durch Drücken der blinkenden Schocktaste durch und entspricht dabei natürlich den medizinischen Standards. Sie müssen keine Sorge haben, eventuell durch die Benutzung gesundheitliche Schäden zu verursachen. Unsere modernen Defibrillatoren sind übrigens auch für den Einsatz an Kindern geeignet und passen die Stromstärke entsprechend an.

Nach der Schockabgabe

Fahren Sie nach einer Schockabgabe mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung fort, bis die Person Lebenszeichen zeigt oder bis der ankommende Rettungsdienst die Weiterbehandlung übernimmt. Sollte die Defibrillator Sprachführung weitere Schocks empfehlen folgen Sie den Geräteanweisungen entsprechend.